Grafischer Remote-Zugriff auf Linux-Rechenserver

Überblick

Die Linux-Rechenserver bieten alle notwendigen Mittel für den grafischen Fernzugriff. Diese Anleitung beschreibt die verfügbaren Methoden und deren Anwendung. Für die korrekte Verwendung der bereitgestellten Methoden, sind die Benutzer:innen verantwortlich.

Hinweis: Der Zugriff ist nur aus dem Universitätsnetz möglich. Bei externem Zugriff muss zunächst eine VPN-Verbindung hergestellt werden.


Empfohlen: X11-Forwarding über SSH

Die bevorzugte Methode für grafische Anwendungen ist X11-Forwarding über SSH. Dabei werden einzelne Programmfenster auf den lokalen Rechner übertragen – ein vollständiger Remote-Desktop ist nicht erforderlich.

Verbindung herstellen

 

ssh -X benutzername@server.uni-luebeck.de

 

Nach der Anmeldung können grafische Anwendungen direkt gestartet werden:

 

# Beispiele
firefox &
gedit datei.txt &
xterm &

 

Die Fenster erscheinen auf dem lokalen Bildschirm, die Ausführung erfolgt auf dem Server.

Voraussetzungen

BetriebssystemVoraussetzung
LinuxX-Server läuft standardmäßig
macOSXQuartz installieren (https://www.xquartz.org)
WindowsX-Server installieren (z.B. VcXsrv, Xming)

Alternative: XRDP (vollständiger Remote-Desktop)

Falls ein vollständiger Desktop benötigt wird, steht auf einigen Servern XRDP zur Verfügung. Diese Methode überträgt den gesamten Bildschirminhalt.

Windows

  1. Remotedesktopverbindung öffnen (Win + R → mstsc)
  2. Serveradresse eingeben
  3. Mit IDM-Zugangsdaten anmelden

macOS

  1. „Microsoft Remote Desktop" aus dem App Store installieren
  2. Neue Verbindung anlegen (+ → Add PC)
  3. Serveradresse und Zugangsdaten eingeben

Linux

 

xfreerdp /v:server.uni-luebeck.de /u:BENUTZERNAME

 

Session-Verhalten

Die Anzeigeeinstellungen (Auflösung, Farbtiefe) definieren eine Session-Konfiguration. Bei geänderten Einstellungen wird eine neue Session erstellt – eine bestehende Session wird nicht wiederverwendet.

AktionErgebnis
Fenster schließen (X)Session bleibt aktiv (Disconnect)
Abmelden (Logout)Session wird beendet

Screen – Prozesse unabhängig von der Verbindung

Langläufige Prozesse werden bei Verbindungsabbruch oder Abmeldung normalerweise beendet. Mit screen lassen sich Terminal-Sessions erstellen, die unabhängig von der Verbindung weiterlaufen.

Grundlegende Befehle

BefehlFunktion
screen -S nameNeue Session mit Name starten
screen -lsAlle eigenen Sessions auflisten
screen -r nameZu bestehender Session zurückkehren
Ctrl+A, dann DSession abtrennen (Prozess läuft weiter)

Beispiel-Workflow

 

# Session starten
screen -S analyse

# Langläufigen Prozess starten
python berechnung.py

# Session abtrennen: Ctrl+A, dann D
# Ausgabe: [detached from 12345.analyse]

# Später: Session wieder aufnehmen
screen -r analyse

 


FAQ

Session Management & Troubleshooting

Wie lassen sich eigene aktive Sessions anzeigen?

 

who | grep $USER

 

Wie können hängende XRDP-Sessions beendet werden?

 

# Eigene Xvnc-Prozesse anzeigen
ps aux | grep Xvnc | grep $USER

# Prozess beenden (PID aus obigem Befehl)
kill <PID>

 

Warum ist die Verbindung langsam?

Auflösung reduzieren und Desktophintergrund in den RDP-Einstellungen deaktivieren (Optionen → Leistung).

GNU Screen Operations

Wie lassen sich alle eigenen Screen-Sessions auflisten?

 

screen -ls

 

„Screen session is attached" – was bedeutet das?

Die Session ist noch anderweitig verbunden. Lösung:

 

screen -d -r name

 

Configuration & Settings

Was tun bei falschem Tastaturlayout?

 

setxkbmap de